Garnelen sterben – Ursachen, Hilfe und Lösungen

tote Zwerggarnele auf Aquariumscheibe

tote Zwerggarnele auf Aquariumscheibe

Wenn sich Zwerggarnelen im Aquarium gut vermehren ist alles Bestens. Es kann aber auch vorkommen, dass Garnelen sterben. Nicht aufgrund vom Alter, sondern durch andere Einflüsse. Jeder wird eines der wirbellosen Tiere bereits bei sich im Aquarium gehabt haben und viele verzweifeln am Garnelensterben. Deswegen möchte ich in diesem Beitrag euch dabei helfen die Ursachen für den Tod zu finden, um dies in Zukunft zu vermeiden.


Inhalt:

Garnelen sterben

Garnelen sterben - Tote Zwerggarnele

1. Garnelen sterben nach Einsetzen

Garnele im Fangnetz

Wird Sie es überleben?

Der Tierbesatz ist vollführt. Man freut sich über die neuen Garnelen aber kurz nach dem Besatz sterben die Tiere. Doch woran liegt das? Tritt der Tod der Tiere kurz nach Besatz auf, so ist davon auszugehen, dass mit den Wasserwerte etwas maßgeblich nicht stimmt. Auch Fehler beim Einsetzen der Tiere können dafür führen, dass die Garnelen zu viel Stress ausgelöst sind und sterben. Hier kann ich euch meine Anleitung für den Tierbesatz empfehlen. Wurden die Garnelen zu früh eingesetzt? Ein neu eingerichtetes Becken sollte 4 bis 6 Wochen einfahren. Auch ist die Wassertemperatur zu kontrollieren.

Grundsätzlich sind einige Garnelen beim Umsetzen in ein Aquarium mit stark abweichenden Wasserwerten empfindlich. Auch beim Transport können die Tiere starkem Stress ausgesetzt sein und dadurch frühzeitig sterben.

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2. Garnelen sterben nach Häutung

Zwerggarnelen Häutung

Zwerggarnelen Häutung

Für Garnelen ist der Häutungsvorgang wichtig, um bei Wachstum einen neuen „Panzer“ bilden zu können. Denn dieser wächst nicht mit. Da dies ein kraftraubender Akt ist und jederzeit Gefahr besteht, dass ein Tier nicht aus dem alten Panzer kommt, ist der Häutungsvorgang für Garnelen gefährlich. Kommt das Sterben direkt beim Häutungsvorgang, so ist es möglich, dass zu proteinreich gefüttert wird. Garnelen wachsen zu schnell, haben aber noch nicht genug Kraft, um sich aus dem nicht vollständig entwickelten Panzer zu befreien. Oft kommt dies vor, wenn zu einseitig und zu viel mit speziellem Garnelenfutter gefüttert wird.

Bei erfolgreicher Häutung ist die Garnele immer noch in Gefahr. Sie hat noch keinen ausreichenden Panzer gebildet und ist dadurch angreifbar durch andere Fische oder Garnelen. Auch kann es passieren, dass sich Garnelen gegenseitig fressen, wie ich in einem vorherigen Beitrag geschrieben hatte.

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3. Garnelen sterben nach und nach

Wenn Garnelen nach und nach sterben, ist das Problem aus meiner Sicht schwierig zu finden. Es könnte vieles sein. Bei übermäßigem Kupfer sollten laut Infos eines Aquaristik-Ladens bei uns um die Ecke alle Garnelen auf einmal sterben. Aber ansonsten können es Krankheiten sein, wie bakterielle Infektionen oder Porzellankrankheit, oder aber falsche Zwerggarnelen-Fütterung. Bei ZooRoyal gibt es eine Reihe von Mitteln zur Bekämpfung und Vorbeugung von Krankheiten. Bei etwas schlechten Wasserwerten können Garnelen auch nacheinander ausfallen.

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4. Garnelen sterben nach Wasserwechsel

Teilwasserwechsel im Aquarium

Teilwasserwechsel bringt Garnelensterben?

Hierbei ist das Problem schnell ausgemacht. Wurde ein Wasseraufbereiter vergessen, der sonst immer benutzt wurde? Wasseraufbereiter binden Schwermetalle. Falls das Leitungswasser teilweise oder komplett mit Regenwasser gemischt wird, könnte der Regen dafür verantwortlich sein. Kupfer könnte ebenfalls über die Hausleitungen oder Regenrinnen in das Becken gekommen sein.

Wurde ein größerer Wasserwechsel gemacht, so kann dies der Grund für das Garnelensterben sein. Ich versuche es mal zu erklären: Ammoniak ist für Aquariumtiere giftig – Ammonium nicht. Ist der PH-Wert unter 7 liegt Ammonium (ungiftig) vor. Bei einem PH-Wert über 7 liegt das giftige Ammoniak vor. Lang laufende Aquarien ohne Wasserwechsel neigen dazu einen geringeren PH-Wert zu bekommen. Ammonium ist in dem Fall ebenfalls vorhanden, allerdings wegen des geringen PH-Werts ungiftig. Bei einem größeren Wasserwechsel steigt allerdings der PH-Wert auf über 7 und aus dem Ammonium wird das für Zwerggarnelen giftige Ammoniak – der Tod durch Ammoniakvergiftung ist möglich.

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5. Garnelen sterben nach Pflanzenbeschnitt

Aquarium Pflanzen

Aquarium Pflanzen schuld?

Kommt es direkt nach dem Pflanzenbeschnitt zum Sterben, so könnte dies auf freigesetzte Stoffe hindeuten, die für die kleinen Wirbellosen gift sind. In Verdacht steht bei vielen die Anubias (speziell auch die Wurzeln). Ich selbst hatte in einem Aquarium eine Anubias-Pflanze und mir sind mehrere Garnelen-Populationen gestorben. Ich würde dies also bestätigen. Allerdings sind die Meinungen sehr unterschiedlich.

Übrigens sind neben Aquariumpflanzen auch Steine und Wurzeln zu kontrollieren. So vermuten einige Aquarianer bei Garnelensterben auch die Schuld bei der Mopani-Wurzel, die für Wirbellose schädliche Schwermetalle enthalten kann. Auch Steine können Metalle beinhalten und sollten probeweise entfernt werden.

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6. Garnelen sterben bei Vergesellschaftung

Den Vorteil, dass Zwerggarnelen Algenvertilger sind, verstehen einige Aquarianer falsch. Sie setzen Garnelen zusammen mit anderen Tieren als Putzer in ein großes Aquarium, ohne den Garnelen die notwendige Aufmerksamkeit zu geben. Dass Garnelen grundsätzlich friedliche Tiere sind, heißt nicht, dass sie auch von anderen Aquariumfischen oder Krebsen in Ruhe gelassen werden. Daher ist beim Besatz mit anderen Tiere zu prüfen, ob …

  • a.) Garnelen von anderen Tieren angegriffen werden und
  • b.) nicht zu großem Stress ausgesetzt werden.

Eine Trennung der Tiere ist oft die einzige Möglichkeit.

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7. Fazit: Was tun wenn Garnelen sterben?

Die nachfolgenden Tipps sollten grundsätzlich dabei helfen eine erste Analyse zu machen und Probleme zu beseitigen:

  1. Tote Garnele(n) aus dem Becken entfernen
  2. Eventuell Garnelen aus dem Becken in ein anderes umsiedeln. Achtung: bei Parasitenbefall oder Krankheiten sind andere Populationen dann gefährdet.
  3. Wasserwerte kontrollieren: Funktioniert der Heizer (falls notwendig)? Passen PH, GH, KH, Nitrit und Nitrat? Siehe hierzu unter „Wasserwerte messen„.
  4. Ist Kupfer im Wasser vorhanden? Wie das geht, habe ich im Beitrag zum Kupfer-Test geschrieben.
  5. Je nach Ergebnis der Wassertests müssen Wasseraufbereiter eingesetzt werden oder ein Teilwasserwechsel gemacht werden.
  6. Sobald die Ursache gefunden ist, muss entsprechend reagiert werden. Wie genau? Dazu habe ich im Artikel oben bereits zahlreiche Tipps gegeben.

Folgende Fragen sollte sich jeder stellen, um das Problem einzugrenzen:

  • Stimmen die Wasserwerte?
  • Ist der Heizstab ausgefallen?
  • Was habe ich in der Vergangenheit verändert?
  • Bekommen die Garnelen ausreichend und nicht zu viel Nahrung?
  • Sind Auffälligkeiten zu sehen, die auf Parasiten oder Krankheiten hindeuten?
  • Sind Planarien im Aquarium?
  • Wurden neue Aquariumpflanzen eingesetzt?
  • Wurden Pflanzen vor dem Garnelen-Tod beschnitten?
  • Sind andere Tiere mit im Aquarium?
  • Bekommen die Garnelen genug Sauerstoff? Insbesondere beim Einsatz einer Bio CO² Anlage wichtig. Sind die Garnelen in höheren Regionen oder springen sogar aus dem Wasser, ist dies ein Indiz dafür.
  • Fressen die Garnelen bei Fütterung?
  • Schnappen andere Fische oder Krebse nach den Garnelen? Haben Sie die Garnelen in hintere Ecken und Verstecke zurückgezogen?
  • Ist der Panzer der verendeten Garnele teilweise aufgebrochen? Das deutet auf Häutungsprobleme hin.

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Du hast weitere Anmerkungen zum Garnelensterben? Wie hast du reagiert und was ist dir passiert?

2 Comments

  1. Hier mein Erfahrungsbericht „Garnelen sterben“. Vor 4 Jahren haben wir uns entschlossen, neben unseren 3 Fischbecken auch ein 60ltr. Garnelenbecken einzurichten. Nach einer Ein Laufzeit von 3 Monaten und optimalen Wasserwerten setzten wir die ersten 25 Red Fire ein. Machen wir einen Sprung 3 Jahre später.Nach unzähligen Nachkäufen sind immer wieder alle Garnelen gestorben. Immer alles gemacht was man so liest.Teststäbchen, Minilabor, Spezialfutter und alles was sich nur vorstellen kann eingehalten. Es half alles nichts. Wir haben dann entschlossen, das mit den Garnelen aufzugeben und ein Fischbecken daraus zu machen. Es waren zu dem Zeitpunkt noch 3 männliche und zwei weibliche Tiere plus 3 kleine Saugwelse drinnen. Wir nahmen den Heizstab raus, fischten keine Wasserlinsen mehr ab, entfernten keine wuchernden Fadenalgen mehr ab und wechselten auch keinen Filter mehr. Die Beleuchtingsdauer reduzierten wir auf 6 Stunden und wollten warten bis die letzten Nelis sterben. Wieder Sprung 9 Monate später. Seit 9 Monaten kein Filter- und Wasserwechsel.fehlendes Wasser mit ganz normalen Leitungswasser ohne Zusätze. Ein total dichter Wasserlinsenteppich. Keine Fadenalgen und jetzt konnte: Ich denke es sind schon über 200 Tiere. Man sieht sie kaum, die meisten sitzen oben bei den Wasserlinsen und grasen, aber wenn jeden zweiten Tag ein ganz normaler Welstab ins Futterbecken kommt, wird es wie ein roter Teppich mit den 3 Werden dazwischen. Fazit: Seit 9 Monaten machen wir nichts mehr, als immer mal Leitungswasser nachfüllen und ein zweiten Tag Welstab. Wenn ich reinsehe, sehe ich über 10 tragende Weibchen und den Tieren geht es prächtig.

  2. Ich habe einen neo mix gekauft (30 Tiere in einem bioorb…
    Es ist mir aufgefallen das es fast nur rote tote nelis sind die ich rausfische. Mittlerweile habe ich einen Verlust von 14 Tieren (auch tragende Weibchen darunter).
    Werfe immer das alte Futter 24 Stunden später weg falls noch was in ihrem schüsselchen drin ist.wasserwerte teste ich auch ständig…Alles bestens.Pflanzen sind auch auf nelis abgestimmt .selbst der wasseraufbereiter ist alles für nelis bestes.was kann das noch sein???
    Sind schon voll traurig das wir nichts finden.
    Planarien sind es auch nicht da wir das ganze becken durchgecheckt haben.
    Fällt irgendjemand noch was ein was wir falsch machen ?!?
    Lieben Dank schon mal im voraus…

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